Arktis-Expeditionen   

Faszination Arktis

Oulu, bottnischer Meerbusen , Hailuoto, Lappland

Bernd Späths Leidenschaft für das Polargebiet und besonders für die norwegische Eismeerinsel Spitzbergen ergab sich zufällig. Von Natur aus eher fröstelig und zu häufigen Erkältungen neigend, entdeckte der Autor im Herbst 1981 eine alte Weihnachtskarte, die er 1966 von einer finnischen Brieffreundin erhalten hatte. Nach umgehender, spontaner Kontaktaufnahme verbrachte er Weihnachten 1981 in der Nähe von Oulu, wo er im Auto 10 Kilometer über den gefrorenen bottnischen Meerbusen zur Insel Hailuoto fuhr. Danach ging er für eine Woche nach Lappland, bei 43 Grad Kälte und knapp 2 Stunden Tageslicht.

Fasziniert von Kälte, Landschaft und Wildheit des Wetters kehrte er schon im April darauf zurück, - und fiel einer frisch geschiedenen Hotelangestellten zum Opfer. Diese wuchs überall dort, wo der Autor hintrat, wie ein Pilz aus dem Boden, wobei ihre Zielsetzung nicht zu übersehen war. Als sie schließlich von einem Cousin erzählte, der ein volles Jahr auf Spitzbergen verbracht hatte, fasste Bernd Späth den spontanen Entschluss zu seinem nächsten Reiseziel.


Spitzbergen im Winter

So verbrachte er im September 1982 zehn Tage auf einer Pressereise in Israel (die später ihren Niederschlag in "Trümmerkind" fand) bei Wüstentemperaturen um 40 Grad, und wenige Tage darauf im arktischen Spitzbergen bei minus 20 Grad und bereits einsetzender Polarnacht. Die suchtbildende Wirkung der arktischen Landschaft setzte augenblicklich ein. Sein Führer Tor Grindhaug mit dem er bei 20 Grad Kälte eine Bootsfahrt auf dem schollenbedeckten Eisfjord zur russischen Grubensiedlung Grummant unternahm, lud ihn auf eine Inlandeisüberquerung im April 1983 bis zur auf 80°N gelegenen Nordspitze von Spitzbergen. Zu viert auf Motorschlitten mit Anhängern voller Benzin, Proviant und Ersatzkleidung begannen sie, was laut Späth "die mit Abstand härtesten Tage meines Lebens" werden sollten. "Ich habe stundenlang Rotz und Wasser geheult vor Erschöpfung."


Sommerexpedition 1984: Von Longyearbyen zur Mitra-Halbinsel

Eine Sommerexpedition im August 1984 führte die gleiche Gruppe per Boot entlang der Westküste von Spitzbergen zur Mitra-Halbinsel. Der Trip brachte auch die Begegnung mit einer ausgehungerten Eisbärin und ihrem Jungen, das man wenige Tage später verhungert auffand. Eine weitere Expedition mit verschiedenen Eisbärenbegegnungen führte an der packeisbedeckten Ostküste der Arktisinsel entlang.Schliesslich.

Elfenbeingletscher, Agardh-Bucht, Petermanngletscher

Im April 1995, folgte die fünfte Expedition, ebenfalls über den Elfenbeingletscher zur Agardh-Bucht an der Ostküste und aufwärts bis zum Petermanngletscher. Während dieser Tour wurde Bernd Späth zweimal von Eisbären angegriffen. - Eine weitere, für Frühjahr 1997, avisierte Tour musste wegen gesundheitlicher Probleme des Autors kurzfristig storniert werden.


Bernd Späths Arktisexpeditionen fanden Niederschlag in zahlreichen Artikeln, Interviews als Studiogast in Rundfunksendern - und nicht zuletzt in seinen beiden Arktisromanen "Robbenfrass" und "Kaltes Fleisch". Ein weiterer Arktisroman, betitelt "Gibt es Eis in Oklahoma?" ist bisher noch unveröffentlicht.

Bernd Späth

 
   

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